Brigitta Jaroschek geb. Karin
Gesang, Basslaute, Gitarre, 12-String, Cister, Mandoline, Harfe
Im verstärkten Programm außerdem: DADGAD-Gitarre, Mandocello
![]() |
Weitere Aufgaben:Brigitta ist Ansprechpartner für alles, was keine Buchungen betrifft, Pressekontakt und betreut die Homepage. Außerdem:Außerhalb der Irrlichter hat Brigitta Skandinavistik, Komparatistik und Vor- und Frühgeschichte studiert (Magistra Artium). Kontakt:brigitta@die-irrlichter.de |
Eigentlich wollte ich schon immer Geige spielen ...
... , aber da meine Mutter mein Sopraninoflötenspiel (im zarten Alter von 5 Jahren) schon kaum ertragen konnte, schenkte sie mir zur Kommunion eine Gitarre.
Ein paar Jahre später bekam meine Schwester Dagmar beim Zeitungenaustragen von einer netten alten Dame eine Mandriola geschenkt, die relativ schnell ihren Weg in meine Finger fand. Das Instrument faszinierte mich sehr, aber es war in unserem Dorf unmöglich einen Lehrer dafür zu finden, der unter 70 war. Daher war ich sehr froh auf dem KZK-Markt auf Schloß Homburg Oliver von der Capella Fontegara kennenzulernen, von dem ich die ersten Mandolinengriffe, mittelalterlichen Weisen und Landsknechtslieder lernte.
So bekam ich mit 14 Jahren meine ersten Gastauftritte bei der Capella Fontegara und fühlte mich schon fast wie eine echte Spielfrau (Spielmädchen?).
Zu der Mandriola gesellten sich mit der Zeit verschiedene andere Gitarren, eine kleine Harfe und allerlei "Kleinstinstrumente" wie Tonflöten und Maultrommeln. Um ein vernünftiges musikalisches Fundament zu bekommen, durfte ich Klavierunterricht nehmen. (Hier noch mal ein grosses Dankeschön an Anna, die ihr - bedeutend größeres - Zimmer mit mir tauschte, damit das Klavier mit hinein konnte und der Familienfrieden nicht mehr täglich durch meine Überei gestört wurde.)
Bei einer Sprachreise in Dublin entdeckte ich dann meine Liebe zum Irish Folk. Wieder in Deutschland lernte ich auf einer Session Eddy kennen, der eine "Aushilfslaute" für die Galgenvögel suchte. Bei der ersten Probe lernte ich LARP-Musik kennen, die ich irgendwo zwischen Folk, Pfadfinderliedern und mittelalterlicher Musik einordnete - genau das, was ich lange gesucht hatte. Und ich verliebte mich auf Anhieb in die Baßlaute, die René von den Galgenvögeln mir erst lieh und später auch verkauft hat. Mein erstes LARP war drei Tage nach der ersten Probe und ich hatte zwar noch keine richtige eigene Gewandung, aber immerhin schon echte Bundschuhe (aus meiner Capella-Zeit), was das schon fast wieder wett machte. Muss ich zu Lagerfeuersessions, Met und Rollenspiel noch etwas sagen? Ich fühlte mich auf Anhieb sehr wohl und war glücklich. So wurde ich erst einmal ein Galgenvogel. Wir hatten viel Spaß zusammen, konnten uns aber oft nicht auf die Musikrichtung einigen, so dass wir uns schließlich in die Galgenvögel und die Irrlichter aufteilten.
Bei unseren kleinen Strassenmusikauftritten auf Märkten wie Satzvey und Herzberg lernte ich Martin von den Streunern kennen, der mich mit zu A la via nahm, wo ich bis einschließlich 2006 regelmäßig gespielt habe.
Nach meinem Abitur ging ich für drei Monate nach Galway, an der Westküste Irlands, um dort bei dem Instrumentenbauer Paul Doyle zu arbeiten. Das war der Himmel auf Erden: In den Tag hineinschlafen, Café Latte, Workshop öffnen, bis ca. 22/23 Uhr arbeiten, irgendein Instrument aus dem Workshop schnappen (was für ein Luxus) und in einen der Pubs gehen, Session bis tief in die Nacht und wieder ins Bett fallen. Nach einiger Zeit war mein Englisch so weit, dass ich mich tatsächlich auch mit Paul unterhalten konnte und er bot mir an, als Lehrling bei ihm anzufangen und in meiner freien Zeit ein Instrument für mich selbst zu bauen. In Gedanken bei meiner Mandriola, die wirklich schwer zu greifen war, baute ich dann meine Mandoline. Die Arbeit im Workshop wurde auch deutlich interessanter, anfangs musste ich Bódhrans für Touristen dekorieren, dann durfte ich endlich auch an den "richtigen" Instrumenten, wie Harfen, Mandocelli usw. arbeiten und natürlich meine Mandoline bauen.
Leider waren diese drei Sommermonate irgendwann auch rum (Paul wollte, dass ich bleibe, aber das traute ich mir dann doch nicht zu) und so ging ich nach Bonn, um dort zu studieren. In den Semesterferien kehrte ich anfangs immer nach Irland zurück, wo ich schliesslich eine mittelalterliche Fiedel baute (ihr wisst ja, ich wollte Geige lernen - [klappt aber immer noch nicht]) und von wo ich meine erste Cister, das Dulcimer und andere Instrumente mitbrachte. Seit Mitte 2005 habe ich auch endlich Harfenunterricht und rechne täglich mit meiner neuen Harfe, die Paul mir gerade baut.
2006 bekam meine kleine Saitenfamilie Zuwachs: erst durch die Cister, die ich im Januar bei Henning Doderer gekauft habe, dann durch Pauls Harfe, die tatsächlich dieses Jahr noch fertig geworden ist und nun auch noch durch meine neue "Baum"-Cister, die auch aus Pauls Werkstatt stammt. Es fing mit einem besonders schönen Stück Holz an, dass mir in der Werkstatt auffiel, dann stellten wir die besten Hölzer zusammen und entwarfen gemeinsam "theoretisch" mein Trauminstrument - nur so zum Spass... und dann konnte ich gar nicht anders als es mir bauen zu lassen, und nachdem ich so lange auf die Harfe gewartet hatte, überraschte Paul mich damit noch vor Weihnachten.
Und noch ein neues Instrument ist dazu gekommen: Eine wunderschöne Fiedel von Johannes Stute... es wird aber wohl noch ein Weilchen dauern, bis ihr sie hören könnt (wollt).
Kleines 2010er Update: Ich hab jetzt Geigen-Unterricht bei Sabrina Palm - und wenn wir so weitermachen, könnt ihr doch noch irgendwann die Fiedel hören!
