Presseberichte
Berichte über die Irrlichter - Index
Miroque Edition 1 - historisches Tanzen - April 2011, Sonic Seducer - 11/2010, Miroque Nr.3- VI 2010, Miroque Nr.2-III 2010, Mitteldeutsche Zeitung,7.6.2010, Miroque 1/2010, Zillo 2/09, Sonic Seducer - Mittelalter-Musik 2 - 01/2009, Sonic Seducer - 12/2008, 01/2009, Sonic Seducer - 01/2008, Bonner General-Anzeiger - 07.04.2008, LARPzeit 12, Orkus - 4/06, Zillo - 4/06, Fantasy Taschenkalender 2006, Karfunkel Musica - 11/05, German Rock News - 26/04, Zillo - 06/04, Orkus - 06/04, LARPzeit - 04/05/06/2004, Sonic Seducer - 05/04, Fantasy Taschenkalender 2004.Rezensionen unserer Alben - Index
Rezensionen der Rauhnächte, Rezensionen der Goldstück, Rezensionen der Aventiure, Rezensionen der Angelus et Virginem CD, Rezensionen der Elfenhain, Rezensionen der Koboldtanz.Berichte über die Irrlichter
Miroque Edition 1 - historisches Tanzen - April 2011
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historisches TanzenAuf der Heftbeilage zur "Miroque-Edition 1 - historische Tänze" findet ihr unser "Lauda" von der "Rauhnächte". Und in dem Heft die dazugehörige Tanzanleitung von Chnutz vom Hopfen. Viel Spaß beim Tanzen! |
Interview zum Falkenstein-Minnesieg in der Miroque Nr.3-IV 2010
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Musik verbindetGeboren aus Angst und Aberglaube, galten die Leuchterscheinungen als gefährliche Naturgeister, die als blaues Licht getarnt geheimnisvoll flackerten und so einsame Wanderer vom Weg ablockten, um diese in den Tod zu führen. Die Irrlichter haben mit jener Legende ihrer Namenspaten immerhin so viel gemein, als dass sie ebenso eine äußerst verführerische Wirkung auf ihr Gegenüber ausüben. Seit nahezu zehn Jahren ist die Formation ein fester Bestandteil der Mittelalterszene und frönt mit allen Sinnen der Passion für die vertonte Kunst aus lang vergangenen Zeiten. Seit dem Weggang von Meister Argyll im Jahre 2004 bezaubern Brigitta Jaroschek (Gesang, Baßlaute, DADGAD-Gitarre, Cister), Steffi Keup (Gesang, Flöten, Rauschpfeiffe, Schalmei, Nyckelharpa), Jutta Simon-Alt (Gesang, Oboe, Schalmei, Flöten), Jutta Tiedge (Davul, Pauken, Darabukka, Zimbeln) und Ela Heiderich (Flöten, Dudelsack, Krummhorn, Harfe) als reine Frauenband. Inzwischen darf die Damencombo mit Stolz fünf Alben ihr eigen nennen. Und der sechste Streich steht bereit: "Rauhnächte". "Die Veröffentlichung des letzten Albums ,Goldstück´war eine für uns sehr inspirierte Zeit", beginnt Jutta Simon-Alt zu erzählen. "Die Band ist nicht nur stark zusammegewachsen, sondern jede von uns hat sich als Musikerin extrem weiter entwickelt. Die Fünferbesetzung hat uns alle gefordert, da sie viele Möglichkeiten bietet." Steffi sieht das ganz ähnlich, "da sich die Entwicklung der Band, aber auch der einzelnen Musiker in der neuen CD widerspiegelt!" Nicht ganz unschuldig an diesem beachtlichen Sprung war sicherlich der Vorgänger "Goldstück", der den Mädels den Weg in gewisser Weise geebnet hat. "Das war unsere erste selbstständig produzierte Platte", berichtet Brigitta strahlend, "da haben wir schon viel Neues probiert, sind aber auch noch auf bekannten Pfaden geblieben. Die Reakitonen und Rezensionen haben uns gezeigt, dass gerade die leisen Töne gut ankommen und uns Mut zu diesem Konzeptalbum gemacht." Nun steht das aktuelle Werk "Rauhnächte" in den Startlöchern, dessen Entstehungsgeschichte sich spontan entwickelt hat, "da wir die Komposition eigentlich in unser vorhandenes Weihnachtsprogramm aufnehmen wollten, nachdem uns die Weihnachtskonzerte letztes Jahr so viel Freude bereitet haben", erinnert sich Ela schmunzelnd. "Wie das aber nunmal so ist mit der Kreativität, entstanden beim Proben und Vorbereiten auch noch einige andere Stücke, die auf der CD gelandet sind, wodurch sie jetzt nicht nur auf Weihnachten beschränkt ist, sondern eigentlich zum ganzen Jahr passt." Brigitta kann dem nur zustimmen: "Daher hat uns der Titel ,Rauhnächte´so gut gefallen: In dunklen Winternächten geboren, aber nicht auf den Winter beschränkt", sinniert sie nachdenklich, "der Winter und die Dunkelheit stehen für Einkehr und Reflektion, für innere Ruhe und die Sehnsucht nach Gemeinschaft und Geborgenheit. Musik kann immer etwas verbindendes sein!" Jasmin Froghy |
Interview zum Falkenstein-Minnesieg in der Miroque Nr.3-IV 2010
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Minneturnier auf Burg Falkenstein
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Sigurd Store-Noten in der Miroque Nr.2-III 2010
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Passend zum Wikinger-Schwerpunkt findet ihr in der Miroque Nr. 2-III 2010 die Noten zu Sigurd Store! |
Mitteldeutsche Zeitung, 7.6.2010
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Dreifaches Leuchten bei "Irrlichter" FALKENSTEIN/MZ. Aus Köln und Hagen, Schmalkalden, Potsdam und Hamburg sowie aus den Harzer Gefilden pilgerte das Publikum am Sonnabend auf die sonnendurchflutete Burg Falkenstein.
Das nunmehr 5. Minnesängerturnier zog die Mittelalter-Fans ebenso wie das Hamburger Ehepaar, das hier Urlaub macht, und die Wirtsleute aus Werder, die extra dafür "schnell mal" in den Harz reisten. Bei allen schon traditionellen Gebrechen bei Anmarsch oder Versorgung, die Gäste des "Burgherren" Joachim Schymalla erlebten wohl den bisher nicht nur musikalisch besten Minnewettstreit.
Dieses Jahr war manches anders. Und das schien gut so. Keine Pflicht- und Kürgesänge, eine große Dichte in der Qualität und erstmals geballte Frauen-Power. Das Minneturnier sollte ein Tribut an "Ougenweide" werden. Die Bandmitglieder gelten als die Pioniere des Mittelalter-Rock und wurden von der versammelten Minnesänger- sowie Mittelalterszene gebührend gefeiert. Deshalb erklangen (fast) ausschließlich Lieder aus dem Ougenweide-Repertoire, auf originelle Art selber zu interpretieren. Und die Gründungsväter höchstselbst gaben die Jury, obwohl man ihnen in manchen Momenten ansah, sie hätte ganz gerne mit da auf der Bühne gesungen. Und sie gaben zu, es fiel ihnen recht schwer, sich zu entscheiden, wem der silberne Becher gebührt.
Die Herren wurden angesungen
Dass diesmal nicht nur Minnesänger wie Knud Seckel, Marcus van Langen und Holger Schäfer schmachteten, sondern auch Ensembles wie "Die Irrlichter", "Irregang", "Skandor", das halbierte Duo "Vrouwenheide" und "Arundo" sowie die Sängerin Ursel Peters, stand dem Abend bestens zu Gesicht. Auch wenn der moderierende Meister Frauenlob (Peter Will), der in die Gegenwart geschickt worden war, mehrfach kritisierte, dass hier nicht Frau Minne gefrönt werde, sondern "mit lieblichen Ton Herren angesungen". Der Henker Stempfel (Bernd Bonnet) zeigte sich zunehmend gütig den Frauen zugewandt. Schließlich schienen "Die Irrlichter" mit ihrer Kampfansage gegen die Männer selbst ihn betört zu haben.
Ganz im Sinne von "Ougenweide" schlug der Abend eine Brücke vom Mittelalter ins Heute. Alle Achtung, was die neun Wettbewerbsteilnehmer und besonders die "Dauerunterstützer" vom nordhessischen Musiktheater "Dingo" da boten, war nicht nur eine "Augenweide", sondern musikalisch ein Genuss. Hervorstechend dabei die Dingo-Solistin Dagmar Jahn mit klarer, sauberer Stimme sowie Virtuosität an den Flöten. So gestalteten die Dingos und die wetteifernden Musikanten gleichzeitig eine Schau oft längst aus dem Ohr gekommener Instrumente: Großbass-Krummhorn, Djembe, Hang, Geyerleiher Portativ oder Pandeiro und Guitarron, wer kennt sie aus dem musikalischen Alltag?
Minnevision-Contest
Rein optisch ähnelte das Turnier gelegentlich etwas an "Minnevision-Contest", wenn es Feuer regnet, "Minne-TV" wichtig tuend eine Standkamera aufbaut, Duft versprüht und die Nebelmaschine angeworfen wird. Doch im Vordergrund blieb immer der Gesang und die Beherrschung der alten Instrumente. Das Text-Repertoire reiche vom Althochdeutschen bei Frank Wunderlich "Vrouwenheide", über "Camina Burana" bis zur Gellert-Fabel und der nordischen "Edda" bei "Arundo". Die Gruppe aus Hannover mit ihrem Teufelsgeiger Guido Eva sang das zeitlich jüngste Ougenweide-Lied und lebt besonders von der großen Stimme einer Sabrina Reiser.
Unter den Männern stach aktionsreich Marcus van Langen hervor, der selbstbewusst bekannte: "Ich bin doch nicht Lena" und vom Henker verdächtigt wurde, der "Lockvogel des Teufels" zu sein. Holger Schäfer stellte er nach dessen von Dagmar Jahn frauenstimmlich gestützten Vortrag von "Der Blinde und der Lahme" vor die Marter-Alternative "Blenden oder Beine brechen?" Doch so martialisch ging es dann doch im Burghof nicht zu. Es wirkte eher wie große Szene-Verschwesterung, wo sich jeder hilft und unterstützt, um einen tollen Abend zu gestalten. Das gelang zur Freude der Besucher großartig.
Doch irgendwann ging es dann an die Preisvergabe. Der silberne Becher der Jury ging an: "Die Irrlichter". Wofür das Publikum votiert hatte, war spätenstens klar, als Klaus Schymalla fragte: "Wie heißt den The winner ist auf Köllsch? - Für "Wan si dahs" von den Kölner Frauen noch ein Silber-Becher. Auch den Sonderpreis von "Radio Aena" ging an die bezaubernden Daniela Heiderich, Brigitta Jaroschek, Stephanie Keup, Jutta Simon-Alt sowie Jutta Tiedge, ein Dreifach-Triumph.
"Die Irrlichter" sind das wohl bekannteste Frauen-Ensemble der Mittelalterszene; die fünf frechen Ladies aus Köln widmen sich dem Ougenweide-Lied "Wan si dahs". Der Text stammt von Gottfried von Neifen aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Geschildert wird der erfolglose Versuch eines jungen Mannes, das Herz einer jungen Dame zu gewinnen. Sie hält ihn für einen windigen Gesellen, den sie lieber hängen sieht, als sich ihm hinzugeben. Charakteristisch für die Musik der Irrlichter sind der mehrstimmige Gesang, die wechselnden Solistinnen und die liebevollen Arrangements. Auf Nachbauten alter Instrumente interpretieren sie Überliefertes auf ihre unverwechselbare, sympathische Art.
Und wer in seiner Punkte-Vergabe doch etwas anders lag, konnte auch die anderen Minnesänger oder Frauenstimmen auf CD gepresst nach Hause tragen. So wird aus einer "Ougenweide" auch eine Ohrenweide mit guten Erinnerungen an den Falkensteine Burghof bis 2011.
Von Uwe Kraus |
Miroque 1/10
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Die Mittelalter Hörer-Charts 2009 1. Saltatio Mortis - Wer Wind sät 2. Faun - Buch der Balladen 3. Schelmisch - Die häßlichen Kinder 4. Die Irrlichter - Goldstück 5. Subway to Sally - Kreuzfeuer 6. Dunkelschön - Katharsis 7. Schandmaul - Sinnfonie 8. Omnia - World of Omnia 9. Almara - Outros Amores 10. Feuerschwanz - Metvernichter |
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Die Wege des Weibes sind unergründlich Seit etlichen Jahreszeiten ziehen Die Irrlichter als reine Spieldamenkapelle durch die Lande, immer wieder in unterschiedlicher Besetzung. Gleich geblieben sind dabei ihr vielseitiges Klangbild und ihr besonderer Sinn für zweideutige Eindeutigkeiten in Verbindung mit balladesker Lieblichkeit. Nun legt das frisch zusammengefügte Quintett sein "Goldstück" vor und verzaubert aufs Neue mit mittelalterlichem Folk, mal aus traditionellem Fundus, mals aus eigener Feder. Zillo: Seit eurem vorhergehenden "Aventiure"-Album ist viel Zeit verstrichen. Darf man fragen, was sich seither im Leben der irrleuchtenden Spieldamen ereignet hat? Brigitta: In den letzten zwei Jahren hat sich einiges getan. Wir haben sehr viele Live-Auftritte gespielt - darunter auch einige ungewöhnliche. So haben wir als erste Mittelalterband den Kinderliederwettbewerb von UNICEF und dem WDR gewonnen und sind im Kölner Tanzbrunnen vor Hunderten von Kindern aufgetreten. Nach einigen Umbesetzungen sind wir auch endlich richtig bei uns angekommen. Die neuen Musikerinnen haben einen kreativen Schub bei uns ausgelöst, den man auch auf dem neuen Album hören kann. Zillo: Wie würdest du die Essenz vom "Goldstück" beschreiben? Brigitta: Die erste komplett selbstständig produzierte CD war schon ein großer Schritt für uns. Wir haben uns viel mehr Zeit gelassen als sonst, und so sind die Lieder viel liebevoller und intensiver arrangiert und viele außerdem live getestet. Außerdem konnten wir diesmal - da wir ja alle Entscheidungen selbst getroffen haben - auch übliche Regeln brechen, sodass beispielsweise das Lied "Zwei Schwestern" über sieben Minuten lang geworden ist und auch Instrumente wie die Oboe oder der Kontrabaß Einzug gehalten haben, die im Mittelaltermusik-Genre ja eher unüblich sind, aber unglaublich viel Atmosphäre schaffen. Zillo: Ihr kombiniert ein weiteres Mal Traditionelles mit Eigenem. Wie wichtig sind euch überlieferte Stücke im Vergleich zum "Eigenbau"? Brigitta: Die Irrlichter waren schon immer sehr vielseitig. Das eigene kreative Komponieren und Texten von Liedern verleiht unseren Alben ihre Einzigartigkeit, denn die selbstgeschriebenen Stücke sind die Seele unserer Musik. Aber die historischen Lieder beeinflussen natürlich unseren Stil und es ist eine besondere Herausforderung, echte historische Stücke und Lieder auf unsere Art zu interpretieren, denn zwischen der Entstehung des Liedes und unserer Interpretation liegen teilweise 800 Jahre und ein Großteil der bekannten europäischen Geschichte und technischen Entwicklung, die die Lebenswirklichkeit der Menschen, aber besonders auch das Denken und Fühlen vollkommen verändert haben. Und dennoch sagen uns die alten Lieder etwas, dennoch können wir sie verstehen und uns von ihnen berühren lassen. Dieser Moment, in dem wir Hunderte von Jahren und Erfahrungen überwinden, fasziniert uns, denn in diesem Moment sind wir einem Menschen ganz nah, der vor unendlich langer Zeit gelebt hat. Zillo: Die Liebe und die damit verbundene Sexualität ist immer wieder ein Bestandteil eures Kanons - oft auch mit ironischem Unterton. Weshalb bleibt das Thema eine Konstante eures Schaffens? Brigitta: Welches Thema könnte fünf Frauen mehr beschäftigen als die Liebe? Das Verhältnis von Mann und Frau - sei es das inständige unerfüllte Sehnen im "Wan si dahs" oder das handfeste Bedauern der jungen Dame im "Selleriesalat" - ist ein sehr schönes Gebiet, um Sehnsucht, Träume, aber auch Ironie und Spaß zu präsentieren. Denn wir möchten unsere Zuhörer bezaubern und unterhalten, und welches Thema wäre ihnen näher? Zillo: Bei Selleriesalat beklagt sich ja eine Frau über den bettlahmen alten Ehegatten, während ein jüngerer Bettgeselle durch den reichen Kindersegen für Geldprobleme sorgt. Was ist also besser: der lustlose Alte oder der potente Jüngling? Brigitta (lachend): Wir bevorzugen die potenten Jünglinge! Zillo: Und habt ihr schon mal ausprobiert, ob Sellerie, Austern und ähnliche Indrigenzien, wie im Lied angepriesen, tatsächlich die horizontale Aktivität steigern? Brigitta (grinsend): Die Wege des Weibes sind unergründlich... Zillo: Ihr kombiniert ja schon immer Lustiges mit Ernstem, Flottes mit Besinnlichem. Kommt diese Mischung, die immer sehr ausgewogen klingt, eher zufällig zustande, oder ist das so gezielt gewollt? Brigitta: Bis auf unser Album "Angelus ad Virginem", das gezielt ein romantisches Weihnachtsalbum ist, sollen alle unsere Alben auch mögtlichst viele Aspekte unseres Repertoires zeigen, das viel mehr Lieder und Stücke umfasst, als wir je aufnehmen könnten. Dabei versuchen wir, eine Mischung zu erzeugen, die man auch in verschiedenen Stimmungen und Phasen hören kann - also nicht nur lustig, nur tragisch etc. zu sein. Zillo: Und abschließend noch die Frage, was eigentlich schlimmer ist: ein Löcher in den Bauch fragender Journalist oder ein alter Sack im Bett? Brigitta: Ein Löcher in den Bauch fragender Journalist im Bett natürlich! |
Sonic Seducer Mittelalter-Musik 2 - 01/2009
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Spielfrauen im Mittelalter Als eine der wenigen reinen Frauengruppen in der Mittelalterszene haben wir, Die Irrlichter, uns natürlich intensiv mit dem Thema "Spielfrauen" beschäftigt. Wir geben Euch hier einen kurzen Einblick darüber, wie Spielfrauen im Mittelalter gelebt haben, wie sie aussahen, welche Probleme sie hatten und was ihren bis heute ungebrochenen Reiz ausmacht. Erst einmal zur zeitlichen Einordnung: Das Hochmittelalter (ca. 1000 bis 1250) ist die Zeit des Lehnswesens, des Rittertums und des Minnesangs. Das Spätmittelalter (ca. 1250-1500) ist gekennzeichnet vom Aufstreben der Städte, von weitreichenden Handelsbeziehungen und dem Erstarken des Bürgertums. Zu jeder Zeit hatten die Spielleute die Aufgabe, zu unterhalten und zu repräsentieren. Sie gehörten zum untersten Stand der mittelalterlichen Gesellschaft, Spielfrauen standen in Ansehen und Rechten sogar noch unter den Spielmännern. Als weitgehend rechtlose und vogelfreie Personen waren sie vom Wohlwollen der höheren Stände abhängig. Die einzige ungewöhnliche Freiheit der Spielleute war die, sich mit dem Segen der Kirche voneinander scheiden lassen zu können, wenn sie sich dazu entschieden, in Zukunft ein ehrbares Leben zu führen. Das verdeutlicht drastisch, für wie unzumutbar man das Leben der Spielleute hielt. Es gab fahrende und mehr oder weniger sesshafte Spielleute, die sich in der Art der Bezahlung und ihrem sozialen Ansehen sehr stark unterschieden. Bettelmusikanten erhielten lediglich Almosen. Anerkannte Künstler, Troubadours oder Minnesänger konnten durchaus auch ein Lehen erhalten und dadurch ihren sozialen Status erheblich steigern. Eine beliebte Art der Bezahlung bei Hofe war das zeremonielle Verschenken abgetragener Kleider an die Spielleute, die diese oft auftrugen, oder auch verkauften. So kam es zu der sehr bunten und grellen Erscheinung der Spielfrauen, die exotischer wirkte, je weiter sie gereist waren. Das auffällige bunte Bild war nicht immer gewollt, sondern kam auch dadurch zustande, dass die geschenkten Kleider einfach nicht zueinander passten. Da die Kleidung die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stand und den sozialen Status des Trägers kennzeichnete, bestanden zu dieser Zeit Kleiderordnungen, die insbesondere auch die Farbwahl der Kleider regelten. Eine typische Farbkombination für Spielleute war im Hochmittelalter Braun/Grün. Sie symbolisierte durch die Verbindung von Braun als Farbe der Erde mit Grün als Farbe des Lebens in der Natur das vogelfreie Leben der Spielleute. Beliebt waren auch die Kombinationen Rot und Grün, Rot und Weiß und gelegentlich Rot und Gelb. In vielen Städten war Rot, das in der hochmittelalterlichen Farbensymbolik für Blut und Lebensfreude stand, auch die Farbe mit der sich Prostituierte zu kleiden hatten. Viele Spielfrauen kleideten sich freiwillig mit dieser Signalfarbe und trugen weit schwingende Kleider oder besonders kurz geschnittene Röcke. Bei Hofe lebende Spielleute passten sich an die dortigen Kleiderordnungen an, die sich meist an den Farben der Familienwappen orientierten. Während ehrbare Frauen und unverheiratete Mädchen Kopfbedeckungen trugen, die das Haar verhüllten, provozierten Spielfrauen und Tänzerinnen oft mit völlig gelöst getragenem Haar oder kopierten die aufwändigen Frisuren der Edeldamen. "Wir sind käuflich" steht auf dem Schild, dass wir auf Marktauftritten stets dabei haben, da rote Kleider und offen getragene, unbedeckte lange Haare in der Mittelalterszene kaum auffallen - denn viele Darstellerinnen verzichten auf Hauben und die wenigsten Darsteller und Besucher kennen die mittelalterliche Farbsymbolik. So konfrontieren wir die Besucher einerseits damit, dass musikalisches Können und gutes Aussehen im Mittelalter nicht wirklich zum Überleben gereicht haben, auf der anderen Seite wird jedem Besucher schnell klar gemacht, dass man bei uns mit dem Erwerb einer einzigen Silberscheibe oder eines Goldstücks gleich fünf Frauen auf einmal glücklich machen kann. Denn auch heute noch ist es ein Kunststück als Spielfrau von seiner Musik zu leben. Spielleute brauchten im Mittelalter ein großes Repertoire, um für alle Anlässe wie Hochzeiten, Konzile, Hoffeste oder Markttage gewappnet zu sein: Dazu gehörten unter anderem Minnesang, Fürstenpreis, Spottlieder, Tänze und Instrumentalstücke. Spezialisierungen, wie sie heute üblich sind, gab es damals nicht. Es gab Autodidakten unter den Spielleuten, aber die meisten Spielmänner und Spielfrauen kamen aus Musikerfamilien. Außerdem gab es die so genannten Spielmannsschulen (scholae mimorum), die seit dem 13. Jahrhundert belegt sind. Diese fanden jährlich zur Fastenzeit statt, weil dann öffentliche Darbietungen in vielen Gebieten verboten waren. Auf diesen Treffen wurden Instrumente gekauft oder repariert und neue Techniken erlernt. Spielleute konnten ihr Repertoire austauschen und sich zu Ensembles zusammenfinden. Auch heute lernen viele Musiker der Mittelalterszene die Stücke oder Lieder voneinander und verfeinern ihr Spiel auf den selten gewordenen, historischen Instrumenten beim gemeinsamen Spiel auf Märkten oder in Workshops. Für Spielfrauen wurden viele verschiedene Bezeichnungen verwendet: Die cantaressa/chanteresse ist eine Sängerin. Das Singen wurde nicht als anstößig empfunden und war praktisch allen Frauen aller Stände möglich. So kam es zu rein weiblich besetzten Liedgattungen, wie dem Wiegenlied oder dem Trostgesang. Dass sogar Nonnen in Klöstern sangen und Lieder dichteten, beweist das Beispiel der berühmten Hildegard von Bingen (1098-1179), deren Liedtexte und Melodien teilweise überliefert sind. Aber selbstverständlich war nicht jede singende Frau auch gleichzeitig eine Spielfrau. Die meisten Spielfrauen waren umfassende Unterhaltungskünstlerinnen, die sangen, mehrere Instrumente beherrschten und zusätzlich durch Tanz oder Gaukelei unterhielten. Oft unterstellte man ihnen auch Prostitution oder Kuppelei, was in vielen Fällen wohl der harten Lebenswirklichkeit der Spielfrauen entspricht, aber nicht auf alle Spielfrauen zwingend zutrifft. Spielfrauen begleiteten sich gerne mit einem Saiteninstrument und wurden dann fidicina/seyten spileryn genannt. Die Rolle der seyten spileryn habe ich bei den Irrlichtern inne und begleite unseren Gesang auf allen möglichen Saiteninstrumenten, wie Basslaute, Cister und Mandoline. Als harperesse/harpine bezeichnete man Harfenspielerinnen, die sowohl ihren Gesang mit der Harfe begleiteten, als auch rein instrumentale Stücke spielten. Ela ist unsere harperesse, die mit ihrem wunderschönen Harfen- und Flötenspiel bezaubert, darüber hinaus aber auch den Frauen damals verbotenen Dudelsack spielt. Die joglaressa/joueuse/joglareza/juglaras/jouguelleresse war eine Spaßmacherin oder Possenreißerin deren musikalisches Attribut meist das Tamburin ist. Der Begriff umfasst Musikerinnen, singende Tänzerinnen und nicht musizierende Artistinnen und Gauklerinnen gleichermaßen. Wer die Irrlichter noch nicht live gesehen hat, kann vielleicht nicht glauben, wie vollkommen Jutta Tiedge diese Rolle bei uns ausfüllt: Zimbelnd tanzt sie sich wie ihre historischen Vorgängerinnen in die Herzen der Zuschauer. Besonders begeistert sie die Zuschauer mit ihrer Mimik und Gestik, sowie mit Hilfe des einen oder anderen Accessoires, das man bei einer Musikgruppe wohl nicht erwarten würde. Als spilwip/spilwib/spielweib/spilmannin bezeichnete man jede fahrende Musikerin, die häufig singt und verschiedenste Instrumente mit sehr hoher Kunstfertigkeit beherrscht. Steffi, die sowohl auf der Schlüsselfiedel, als auch auf diversen Flöten, Schalmeien und Rauschpfeiffen geniale Soli und Improvisationen zaubert, übernimmt diese Rolle bei den Irrlichtern virtuos. Die salatrice/sauteresse/salttricula war eine Tänzerin, die sowohl ein großes Repertoire an eigenen Tänzen hatte, als auch als Vortänzerin diente. Tänzerinnen und Spielfrauen wurden von kirchlicher Seite aus besonders angefeindet und galten als Sinnbild der Lasterhaftigkeit und Unkeuschheit, was in einigen Städten dazu führte, dass sie dort grundsätzlich nicht auftreten durften. Es gab auch noch andere Einschränkungen: Während Spielmännern alle Arten von Instrumenten offen standen, durften Spielfrauen nur bestimmte Instrumente spielen. Dazu gehören die Harfe, die Leier (crotta/crwth/rotte), die Drehleiher (hurdy-gurdy/symphonie/organistrum), die Laute, die Fidel (vielle), das Rebec (ribebe), sowie Flöten und Pfeiffen (swegel, pipe, pife, floite) und außerdem kleine Schlaginstrumente, die besonders beim Tanz hilfreich waren, wie Hand- und Schellentrommel, Becken, Triangeln, Glocken, Zimbeln, etc. Instrumente, die von Frauen wahrscheinlich nicht oder selten gespielt wurden, sind Platerspiel und Sackpfeiffe, Portativ, Trommel, Horninstrumente (z.B. Zink), Trompeten, Schalmei und Pommer, Trumscheit und Pauken. So waren damals die Frauen für die leiseren Töne zuständig, was insofern ungerecht war, dass das Spielen der lauten Instrumente besser bezahlt wurde. Eine besondere Position unter den musizierenden Frauen des Mittelalters nahm die trobairitz ein. Sie war das weibliche Gegenstück zu den Minnesängern, trobadors und trouvéres. Im Gegensatz zu den fahrenden Spielfrauen war sie sesshaft und gehörte einem gehobenen Stand an. Sie konnte lesen und schreiben und ist als Vertreterin der Hochkultur anzusehen. Unsere trobairitz ist Jutta Simon, die als studierte klassische Musikerin im Konzertgraben genauso zu Hause ist wie auf der Bretterbühne. Die vermutlich berühmteste historische trobairitz ist Beatrice de Dia (ca. 1140-1175), deren Werke auch aufgezeichnet wurden. Weitere bekannte Spielfrauen sind die joculatrix Adelinda (die 1086 von Earl Roger Landbesitz erhielt), die Harfinistin und Fidelspielerin Agnes von Böhmen (am Hofe des böhmischen Königs Wenzel IV.), die Rottenspielerin Alheit (Begleiterin der späteren Hl. Elisabeth von Thüringen), die salatrix Matilda Makejoy (min. von 1290-1311 am Hofe des späteren Königs Edward II. in Ipswich) und die harperesse Marion (1402 im Dienste von Valentine d´Orleans). Dieses "Berufsmodell" ist aber eine absolute Besonderheit, die meisten Spielfrauen gehörten dem fahrenden Volk an und mussten mit ihren Darbietungen und manchmal auch dem Verkauf ihres Körpers für ihr tägliches Überleben sorgen. Schon die Spielmänner standen unter dem Verdacht, mit dem Teufel im Bunde zu sein, entsprechend waren Spielfrauen das Sinnbild für Unzucht, Schamlosigkeit und Verderbtheit schlechthin. Aber die leuchtenden Augen der Zuschauer bei den Auftritten der Irrlichter - und das in einer Zeit in der Musik jederzeit verfügbar ist und an jeder Ecke mit weiblichen Reizen und nackter Haut geworben wird – lässt uns bei jedem Aufspielen ahnen, welch unglaubliche Wirkung die Spielfrauen im Mittelalter auf ihre Zuschauer gehabt haben müssen. Auch nur einen Hauch davon einzufangen, macht die Darstellung mittelalterlicher Spielfrauen so anziehend.</p> Brigitta Jaroschek |
Sonic Seducer 12/2008, 01/2009
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Die Irrlichter Zwischen Fantasy und Faszination 2001: Brigitta Karin alias „Ilara die Vielsaitige“ und ihre Gefährten haben eine gemeinsame Passion: Die Liebe zum Mittelalter. Anfangs als Bardengruppe für Liverollenspiele formiert, steht die damals entstehende Ballade „Irrlichter“ bald Pate für den Bandnamen, Die Irrlichter sind geboren. Zügig fängt das Quintett an, sich auf Märkten, Banketten und Festivals die Gunst der Zuhörer zu erspielen. Seit dem Weggang von Meister Argyll 2004 bezaubern Brigitta (Gesang, Basslaute, Gitarre, 12-String, Cister, Mandoline, Harfe), Steffi Keup (Gesang, Flöten, Rauschpfeife, Chalumeau, Schlüsselfidel), Jutta Simon-Alt (Gesang, Dudelsack, Schalmei, Flöten, Schellenkranz), Jutta Tiedge (Davul, Landsknechttrommel, Darabuka, Zimbeln, Schlagharfe, Percussion) und Ela Heiderich (Flöten, Rauschpfeife, Schalmei, Dudelsack, Krummhorn, Harfe) als reine Frauenband. Inzwischen blickt die Fantasy-Fraktion auf vier Alben zurück, um nun den fünften Streich zu präsentieren. Ein wahres „Goldstück“, wie die hübschen Damen stolz verraten. „Die erste selbst produzierte Scheibe ist auch nach vier Alben eine Erfahrung. Diesmal haben wir die meisten Titel live erprobt und dadurch noch viel an den Stücken verändert, bevor wir ins Studio gegangen sind. Als der Termin stand, hielten plötzlich Noten und Arrangements Einzug – und auch Instrumente – die wir auf dem Markt nicht spielen, zum Beispiel Oboe. Dadurch ist alles viel ausgefeilter. Die Produktion war eine super spannende, kreative Zeit – alle sind stolz auf das Ergebnis!“, sprudelt es aus Gründungsmitglied Brigitta. Jutta ergänzt: „Es wurde einfach Zeit für ein neues Werk. Wir schrieben dieses Jahr viele neue Lieder. Immer wenn neue Musiker zu einer Gruppe dazu kommen, passiert einiges. Ela und ich haben durch unsere Instrumente und Erfahrungen neue Möglichkeiten und Kombinationen zum Musikmachen eingebracht. Umgekehrt waren wir ja auch sehr motiviert, „richtige“ Irrlichter zu werden und die Auseinandersetzung mit den anderen Lichtern war für uns sehr spannend. Und wenn alle Spaß haben, entstehen auch sehr schöne Stücke.“ „Auf unverstärkten Outdoor-Auftritten ist es leider nicht oft machbar, unsere ruhigen Balladen für ein größeres Publikum zu spielen – daher ermöglicht die CD es, die romantische Seite der Irrlichter zu zeigen“, freut sich Steffi mit ihren Mädels: „So stimmungsvoll und abwechslungsreich wie das Leben, so vielfältig ist auch das Werk. Wer im Märchen ein Irrlicht sieht, folgt ihm – vom Weg ab, ins Moor, in den Tod. Diese Mischung aus betörend leuchtenden Wesen, die eine dunkle Seite haben, dieses Ambivalente aus Schön und Böse hat uns fasziniert. Wir möchten die Zuhörer entführen, in eine andere Welt, eine andere Zeit, wo sie sich selbst und ihre Probleme für einen Moment vergessen können, wo sie sich nur der Fantasie und der Faszination hingeben können.“
Jasmin Froghy |
Sonic Seducer 01/2008
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Die Irrlichter Die Irrlichter beherrschen die Kunst, Geschichten mit ihren Liedern zu erzählen, mal ernst, manchmal mit einem Augenzwinkern. Mit filigraner Leichtigkeit entführen sie ihre Hörer in vergangene Zeiten und manchmal auch an der Nase herum. Was mögt ihr an der Mittelalterszene? Jutta T.: Das Eintauchen in eine andere Welt! Was sind eure historischen Lieblingsinstrumente? Ela: Garkleinflöte, Harfe. Woher bekommt ihr eure Instrumente? Baut ihr sie selbst? Steffi: Brigittas Mandoline ist selbst gebaut. Sie hat bei Paul Doyle nach dem Abi Instrumentenbau gelernt, hauptsächlich Bundsaiteninstrumente und Harfe. Elas Harfe ist einem Baukurs selbst gebaut worden, alle anderen Irrlichter-Instrumente sind Nachbauten von Instrumentenbauern aus dem In- und Ausland. Wie würdet ihr euren musikalischen Ansatz beschreiben? Jutta S.: Unser Ansatz ist schön! Eine Mischung zwischen authentisch, Fantasy, Romantik und Augenzwinkern. Bester historischer Song? Brigitta: Darauf können wir uns nicht einigen. Meine Favoriten sind ganz klar "Rodrigo Martinez" und "Eno sagrado en vigo". Welches war die aufreibenste Tour bzw. das aufreibenste Konzert und warum? Brigitta: Das Miroquefestival auf Burg Rabenstein 2004. Wir sind für Cultus Ferox eingesprungen. Leider hat das den Fans vorher niemand gesagt, so dass das Publikum halbnackte Männer mit Dudelsäcken und Trommeln erwartete und nicht kleine Mädchen mit Blöckflöte und Laute. Nach den ersten Liedern war aber unsere Angst mit Bierflaschen beworfen zu werden verschwunden, und es war ein super Konzert mit sehr positivem Feedback! Was war eure peinlichste Livepanne? Brigitta: Wir haben auf einem Stadtfest in der Stadthalle gespielt, und etwa das halbe Publikum hatte sich als Mönche verkleidet, was Steffi dazu animierte, sämtliche Kirchen- und Priesterwitze zu bringen, die ihr einfielen. Wie sich herausstellte, handelte es sich um echte Mönche, die das Fest auch noch finanziert hatten.
Jan Kühr |
Bonner General-Anzeiger - 07.04.2008
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Frivole Verse und lieblicher FrauengesangDie Irrlichter verbinden mittelalterliche Musik mit Elementen der Rockmusik - Lieder von richtigen Männern, von kleinen Geiglingen und unheimlichen Gasthäusern Von Stefan Barz Bonn. Eine Cocktailbar anno dazumal: In "Lunas Blocksbar" gibt es exotische Getränke wie "Gefrorenes Koboldkichern auf Eis, Stinkmorchelnektar, Elfentränen", und die Wirtin ist nicht ganz geheuer: "Und tanzt sie des Nachts ihren Hexenreigen/ solltest du sie im keinen Preis störn", singen die fünf Musikerinnen der Bonner Mittelalter-Band Die Irrlichter. Epische Texte, mittelalterliche Instrumente und mehrstimmiger Frauengesang ist das Markenzeichen der Bonner Gruppe. Stephanie Keup spielt Schlüsselfidel, ein Vorgänger der heutigen Violine, sowie diverse Blasinstrumente wie Rauschpfeile und Flöten, Brigitta Karin spielt Laute und Viola, Jutta Tiedges Instrumente sind Zimbeln, Davul und Klanghölzer, und Jutta Simon-Alt spielt Dudelsack, Flöten und diverse Hörner."Die Instrumente sind faszinierend", findet Brigitta, die über den Irish Folk zur Mittelalter-Musik gekommen ist. Daneben sei auch die Art des Auftretens etwas Besonderes: "Bei Mittelaltermärkten haben wir einen ständigen Kontakt zum Publikum", sagt Stephanie. Bei größeren Auftritten sorgt zusätzlich Melli Röper als Gauklerin mit Kunststücken wie Feuerjonglieren für mystische Atmosphäre. Die Irrlichter, die 2001 gegründet wurden, treten nicht nur auf Mittelaltermärkten und bei Rollenspielen auf: Seit Jahren sind sie auch regelmäßig in Hamburg im Rockclub Ballroom zu Gast, wo auch Hardrockgrößen wie AC/DC und Lordi auftreten. "Beim ersten Mal waren wir nicht sicher, ob die wirklich wissen, dass wir Mittelalter-Musik machen", sagt Stephanie. Dabei sehen die fünf Musikerinnen durchaus Verbindungen zur Rockmusik. Zum einen entspricht die Besetzung im weiteren Sinne der einer Rockband mit Schlagzeug, Gitarre und Bass. Zum anderen verbinden die Irrlichter Elemente der Mittelaltermusik mit klassischen Rockelementen, zum Beispiel Harmonien, die auf der Laute als Akkorde gespielt werden, Instrumentalsoli und treibende Rhythmen auf der Trommel. "Wir haben auch schon mal ,Smoke on the water' gespielt, das klingt auf dem Dudelsack dann auch mittelalterlich", lacht Brigitta. Die Vielseitigkeit der Irrlichter reicht von der traditionellen Mittelaltermusik über Dudelsack-Rock bis hin zu Kinderliedern. 2007 haben die Irrlichter mit dem Stück "Der kleine Geigling" den WDR-Kinderliederwettbewerb gewonnen. Das Lied handelt von einem Geiger, der im Wald von Räubern gefangen wird und mit seiner Musik die Herzen der Räuber erweicht. "Wir sind die erste Mittelalter-Band, die diesen Wettbewerb gewonnen hat", erzählt Stephanie. Eher für Erwachsene ist dagegen das Lied "Der rechte Mann", in dem die vier Frauen unschuldig frivole Verse mit bewusst unvollendeten Reimen singen. Die epische Breite ist ein weiteres Markenzeichen der Irrlichter: Nicht nur von Räubern und Männern, auch von verschiedenen Fantasy-Themen wird in den Texten erzählt, etwa von Irrlichtern, die die Menschen in den Wald locken. Außerdem haben die Irrlichter 2005 unter dem Titel "Angelus ad Virginem" ein Weihnachts-Album aufgenommen. Darauf finden sich auch vertonte mittelalterliche Texte etwa von Walther von der Vogelweide. Insgesamt vier eigene CDs haben die Irrlichter bisher veröffentlicht, die im Handel erhältlich sind. Genügend Material für eine fünfte gibt es auch schon. Bevor das neue Album fertiggestellt wird, touren die Irrlichter in diesem Jahr wieder über viele Mittelaltermärkte. So sind die Irrlichter am 1., 3. und 4. Mai beim Hexenmarkt auf der Burg Satzvey, An der Burg 3 in Mechernich-Satzvey und bei den Ritterspielen der Burg Satzvey vom 10.-12. Mai sowie am 22., 24. und 25. Mai zu hören. |
LARP-Zeit 12 - Juli, August, September - 2006
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Alle LARPzeit-Abonnenten erhalten mit dieser Ausgabe als kostenlose Beilage die exklusieve Maxi-CD „Lunas Blocksbar“ als Auskoppelung aus dem neuen Irrlichter-Album. Die Maxi wird es nicht im Handel geben. Im Zauberfeder-Shop gibt´s aber ein besonderes Angebot: Bei einem Bestellwert ab 50 Euro (www.zauberfeder-shop.de) bekommt Ihr diese CD gratis dazu. Im Juni erscheint das vierte Album der „Irrlichter“, die in diesem Jahr mit neuer Besetzung zu hören sind. Anna Karin, Brigitta Karin und Stephanie Keup werden in Zukunft von Ulla Kramer und Christine Krull-Kosubek unterstützt, die bisher nur sporadisch als Gastmusikerinnen eingesprungen sind. Tara Moritzen von der LARPzeit hat die „Irrlichter“ in Bonn besucht. LARPzeit: Erst im letzten Herbst wurde das Album „Angelus ad Virginem“ mit weihnachtlichen Liedern veröffentlicht. Wie kommt es dazu, dass Ihr die Fans so schnell hintereinander mit zwei Alben beglückt? Irrlichter: Das Album „Aventiure“ war für Frühjahr/Sommer 2006 geplant. Doch in unseren Köpfen kursierte schon lange die Idee für eine Sammlung mittelalterlicher Weihnachts- und Winterlieder. Es war unser Wunschtraum, eine solche CD zu veröffentlichen. Die Umsetzung geschah dann schneller als gedacht, und wir wollten mit der Veröffentlichung von „Aventiure“ nicht warten. LZ: Wie seid Ihr auf den Namen „Aventiure“ gekommen? Irrlichter: Unsere Albentitel sollen den Charakter der jeweiligen Lieder-Sammlung widerspiegeln. „Aventiure“ ist mittelhochdeutsch und kann mit „Abenteuer“ übersetzt werden. Um ein Held zu werden, muss man ein Abenteuer bestehen. Die Lieder erzählen von solchen Geschichten kleiner und großer Helden. Außerdem ist es immer sehr abenteuerlich, wenn fünf Frauen gemeinsam Musik machen… |
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LZ: Wie entstehen Eure Lieder, und woher kommen die Ideen zu den Texten? Irrlichter: Die Lieder haben alle eine eigene, ganz persönliche Entstehungsgeschichte. Das erste Lied unserer Maxi-CD „Lunas Blocksbar“ zum Beispiel ist durch unsere Tradition inspiriert worden, an Geburtstagen Cocktails mit Fantasy-Namen auszuschenken. „Mormas Mündel“ war das Ergebnis einer Lernpause. Manche Ideen kommen spontan, andere reifen langsam heran oder sind auch „Auftragsarbeiten“ für LARPs, um den Plot voranzutreiben, wie „Lauschet dem Wind“. LZ: Welche Wünsche habt ihr für die Zukunft? Irrlichter: Für unsere musikalische Zukunft wünschen wir uns, dass wir weiterhin viel Musik miteinander machen werden und es schaffen, die Leute mitzureißen und zu begeistern. Dafür arbeiten wir daran, uns immer weiterzuentwickeln, zum Beispiel im Erlernen neuer Instrumente wie Schlüsselfidel und Harfe. Dennoch ist es uns wichtig, dass wir unserem Stil treu bleiben. Wir schreiben nach wie vor viele eigene Lieder, werden aber auf Konzerten und Live-Rollenspiel-Veranstaltungen auch weiterhin zum Tanz mit schnellen und lauten Stücken aufspielen! LZ: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg! |
Orkus - Juli, August - 2006, Seite 41
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Fünf auf dem rechten Weg „Diese Abenteuerlust und der Aufbruch ins Ungewisse ziehen sich durch das ganze Album…“ (Brigitta Karin) „He Bursche, bring uns noch zwei Becher gefrorenes Koboldkichern, zwei Humpen Stinkmorchelnektar und eine Einhornmilch, aber schnell!“ In unterwürfiger Dienstfertigkeit eilte der Gehilfe mit einem für seine, gebückte Gestalt viel zu großen Auftragebrett voller Krüge zurück zum Schanktisch, eifrig darauf bedacht, keinem der seltsamen Kostgänger – unter ihnen Trolle und Kobolde – im Wege zu stehen. Ungewöhnlich gut besucht war die Blocksbar an diesem Abend. Lachend und zechend lagen sie auf behaglichen Fellen, ließen unter lautem Gepolter die Würfelbecher kreisen oder tanzten vergnügt zur Musik der fünf jungen Weibsbilder, die Rauschpfeiffe, Flöte und Cister immer wieder aufs Neue leidenschaftlich erschallen ließen. Durch den Wald hatten sie sie angelockt, stets kurz im Dämmerlicht aufleuchtend und vor ihnen hertanzend, bis das Dunkel der Nacht allein den Weg in die Blocksbar als Ausflucht gelten ließ. „Diese Vorstellung von einer Cocktailbar mit Trollen und Gnomen als Stammkunden hat uns schon immer sehr gefallen. Wer weiß, vielleicht öffnen wir die Blocksbar ja eines Tages tatsächlich auch mal für die Öffentlichkeit“, verhilft Brigitta Karin als eines der musizierenden Irrlichter dem Bericht zu etwas mehr Realität und hält damit fest, dass die Blocksbar zwar ein wundervoller Ort der Freuden wäre, bisher allerdings in ihrem frischen Stücklein Lunas Blocksbar erkennbare Formen angenommen hat. Gleichwohl scheinen Die Irrlichter bereits einige aufregende Abenteuer hinter sich zu haben, so dies der Schluss ist, den man aus dem Plattentitel Aventiure ziehen soll. „Der Titel ist wie immer einem Stück des Albums entlehnt“ erklärt die Künstlerin. „In diesem Fall war es Der kleine Geigling, der hier Pate stand und wie kein anderes Lied auf der CD Abenteuerlust ausdrückt. Diese Abenteuerlust und der Aufbruch ins Ungewisse ziehen sich durch das ganze Album, ebenso wie durch unsere Bandgeschichte, denn es ist wahrlich abenteuerlich, als Spielfrauentruppe durch die Lande zu ziehen.“ Denkt man an die schlüpfrigen Nummern Der rechte Mann oder Schenk voll ein, wie sie auf der Elfenhain zu finden sind, so könnte man den Eindruck gewinnen, Aventiure sei ein bisschen gesetzter und weitaus weniger fröhlich als die Vorgänger, doch Brigitta widerspricht: „Womöglich liegt es daran, dass wir bei der CD den Schwerpunkt nicht wie sonst auf Fantasy, sondern auf historische Lieder und Stücke gelegt haben. Dadurch entsteht vielleicht der Eindruck einer ernsteren Scheibe. Tatsächlich ist Aventiure durchweg fröhlicher als die Vorgängeralben, nur das die lustigen und ironischen Stücke dieses Mal fremdsprachig und daher nicht so offensichtlich sind.“ Nun, zumindest mag das auf den französischen Titel Madeleine zutreffen, der – eingeleitet von einem herzhaften Lachen – schlicht ein Nonsensetrack ist und komplett sinnlos, wie Brigitta freimütig verrät: „Madeleine ist ein wunderschönes Lied, aber einen Sinn sucht man vergebens. Interpretationsansätze führen zwangsläufig zu einem Abzählreim oder einen Kinder-Nonsensegedicht. In dem Stück singt der Erzähler der einschlafenden Madeleine die Geschichte von seiner Schafherde vor, die auf wundersame Weise kontinuierlich schrumpft. Was mit den Schafen passiert und ob ein Dieb, ein Wolf oder – wie wir persönlich glauben – ein einsamer Singlemann dahinter steckt, bleibt der Phantasie des Einzelnen überlassen.“ Wirklich ernst wird es dann in dem von Anna Karin geschriebenen Text zu Mormas Mündel, in welchem sie in anrührenden Worten den Konflikt zwischen Volksglauben und Hochkirche schildert, während der Galgentanz wiederum heiterer klingt, als sein Ursprung es vermuten ließe. „Dieses Stück entstand an einem sehr anstrengenden Studiotag, der geprägt war von nur mäßig guter Laune aller Beteiligten“, erinnert sich Brigitta. „Zur Entspannung griffen Steffi und ich zu unseren Instrumenten und betrieben aktiven Negativ-Energie-Abbau, woraus sich innerhalb weniger Minuten der Galgentanz entwickelte.“ Was soll man dazu sagen, außer: Mögen Die Irrlichter ruhig öfter mal übel gestimmt sein, wenn dabei ein Liedlein herauskommt, bei dem man mit Freuden um einen Galgen herumtanzen und den Irrlichtern folgen würde – und sei es nur für ein Schlückchen Einhornmilch in Lunas verwunschener Blocksbar… (Doreen Krase) |
Zillo - Juli, August - 2006, Seite 138
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Abenteuer zwischen Mittelalter und Fantasy Mittelalterbands gibt es heutzutage viele, rein weibliche Mittelalter-Combos hingegen sind immer noch vergleichsweise selten. Die fünf Spielfrauen, die als Irrlichter durch die Lande ziehen, fesseln ihre Fans mit einer gelungenen Mixtur aus traditionellen Stücken und selbst geschriebenem Material, welches stets zwischen Mittelalter und Fantasy pendelt. Mit ihrem neuen Album „Aventiure“ nehmen sie den Hörer wieder mit auf eine spannende und atmosphärische Reise voller Spielfreude. Grund genug einmal mit Saitenzupferin Brigitta Karin über das neue Werk zu sprechen. Zillo: Wie würdet ihr eure musikalische Weiterentwicklung seit dem letzten Album beschreiben? Brigitta: Wir haben uns seit dem letzten Album in verschiedenen Richtungen weiterentwickelt. Zum einen haben wir auf der „Aventiure“ eine neue persönliche Bereicherung: Unsere Chrissi mit ihrem unzähligen Sammelsurium an blasbaren Instrumenten, wie Gaita, Krummhorn oder Gemshorn. Aber auch der Rest von uns war natürlich nicht faul: Neben neuen Instrumenten wie der Cister arbeiten wir intensiv mit unserem Gesangslehrer an unseren Stimmen und feilen natürlich immer an unserem Stil. Zillo: Wie läuft der Arbeitsprozess bei euch ab? Brigitta: Wir schreiben und sammeln ständig neue Lieder. Aus diesem Fundus suchen wir dann die Stücke zusammen, die gefühlt am besten zusammenpassen. Manchmal macht einen die Studioarbeit aber so kreativ, dass sogar während der Aufnahmen neue Stücke entstehen, wie auf der „Aventiure“ der „Galgentanz“. Zillo: Warum habt ihr euch für „Aventiure“ als Albumtitel entschieden? Brigitta: Bisher trägt jede CD den Namen eines Liedes, der die Sammlung als Motto überschreibt. In diesem Falle ist die CD nach der „Aventiure des kleinen Geigling“ benannt. „Aventiure“ ist mittelhochdeutsch und bedeutet Abenteuer. Viele der Lieder auf der Scheibe beschreiben kleinere und größere Abenteuer. Dazu kommt, dass es immer abenteuerlich ist, mit einer Spielfrauentruppe durch die Welt zu ziehen. Diese Saison starten wir mit neuer Besetzung: Ein ganz besonderes Abenteuer! Zillo: Was macht euch mehr Spaß? Eigene Texte und Melodien zu kreiren oder existierende traditionelle Melodien umzusetzen? Brigitta: Beides hat seine besonderen Reize: Es ist eine große Herausforderung, ein jahrhundertealtes Stück lebendig zu interpretieren. Allerdings sind wir alle zu kreativ, um nur schon im Mittelalter verstorbene Ghostwriter für uns arbeiten zu lassen, und schreiben und entwickeln gerne Eigenes. Diese Vielfalt belebt und inspiriert beide Bereiche, also Mittelalter und Fantasy. Zillo: Ihr seid ja sehr vielseitig, was eure Auftritte angeht, sprich vom Club-Konzert über LARPs bis hin zum Mittelaltermarkt spielt ihr überall. Gibt es bestimmte Veranstaltugen, bei denen ihr besonders gern performt? Brigitta: Jede Veranstaltungsform bietet eigene Vor- und Nachteile. So können wir auf einem verstärkten Konzert auch Instrumente einsetzen, die draußen oder in der Taverne untergehen würden, wie etwa das Gemshorn, dafür ist man auf MA-Märkten und LARPs direkt in den Leuten und im Spielgeschehen, was eine sehr unmittelbare Art ist zu musizieren. Außerdem erreichen wir auf verschiedenen Veranstaltungen auchein unterschiedliches Publikum, und es ist immer sehr spaßig zu sehen, wie unterschiedlich verschiedene Gruppen auf die gleichen Lieder reagieren… Zillo: Ihr sucht auf eurer Homepage eine Fiedlerin. Wollt ihr euch vergrößern, oder steigt jemand aus der Band aus? Brigitta: Leider hat Ulla nach zwei Monaten mit uns festgestellt, dass ihr das Leben als Irrlicht zu stressig ist. Wenn DU also nun ein Geiger oder eine Geigerin mit Spaß an mittelalterlicher Musik und einem belastbaren Nervenkostüm bist, melde dich bei uns! Zillo: Wird die Mittelalterszene sich noch vergrößern oder ist der Sättigungspunkt bereits erreicht? Brigitta: Das ist schwierig zu sagen. Nach der Verfilmung von Tolkiens „Herr der Ringe“ konnte man ein Anwachsen der Mittelalterszene beobachten. Für einige Leute mag es ein vorübergehender Boom gewesen sein, aber für alle, die die Mittelalterszene im Herzen tragen, ist noch lange kein Ende in Sicht. (Steve Palaser) |
Fantasy Taschenkalender 2006
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Musikalischer Winterzauber Schon bevor die ersten Schneeflocken aus dem Himmel tanzen, steht das neue Mini-Album der Irrlichter in den Läden. „Angelus ad Virginem“ wird die kalte Jahreszeit zu etwas ganz besonderem machen und Mittelalter- wie Fantasyfans gleichermaßen begeistern. |
Karfunkel Musica Nr. 1 - 11/2005 - Seite 60 und 61
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Folkmusik und Rollenspiel Es duftet nach Lebkuchen und Spekulatius, nach Kerzen und nach Weihnachten. Dazu winterlich-weihnachtliche Melodien, und es fehlte nur noch das glitzernde Weiß des Neuschnees, um die Idylle perfekt zu machen. Statt dessen scheint die Sonne, die Vögel zwitschern an einem warmen Sommertag, und Steffi Keup bekennt rückblickend, daß es ihr äußerst kurios vorkam, in Sommerkleidung die weihnachtlichen Zutaten für das rechte Ambiente der letzten Irrlichter CD-Produktion zu erstehen: „Es war gar kein Problem, auch im Hochsommer so etwas wie Spekulatius oder Lebkuchen zu kaufen. Aber es kam mir schon absurd vor diesen weihnachtlich dekorierten Stand im Supermarkt zu sehen und zum ersten Mal in meinem Leben vor November solche Dinge zu kaufen.“ Aber was tut man nicht alles, um den richtigen Rahmen für das zu schaffen, was man sich vorgenommen hat: eine CD mit mittelalterlichen Weihnachts- und Winterliedern zu produzieren. (Petra Lindner) |
German Rock News – Nr. 26/2004 – Seite 13
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MDO Gaming Convention, 04.09.2004 […] Als kleine Überraschung hatten die Veranstalter eine Mittelalterfolkband namens Die Irrichter engagiert, die den ganzen Tag über immer wieder Zoten und Ständchen zum Besten gab oder zum Tanz aufspielte. Nicht auf einer Bühne, sondern mitten unter den Leuten. (Jürgen Hornschuh) |
Zillo – 06/2004 – Seite 128
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Weibliche Klänge des schmutzigen Füllsels Schon seit Jahrhunderten ziehen sie durch die Landen und spielen zur Freude des einfachen Volkes und der edlen Blaublütigen auf: die Spielmänner. Durch diesen Begriff wird bereits deutlich, dass sich dieses Unterhaltungsgewerbe in unseren Breitengraden jeher fest in männlicher Hand befand und auch heute noch von den Herren dominiert wird. Jedoch entspringen so manchem Mittelaltermarkt, manchem Straßenfest und so mancher Taverne immer öfters Spieltruppen, die sich durch ihre unmissverständliche Weiblichkeit definieren. Und wer dabei an zartromantische Liebesdudeleien denkt, der liegt bei den Damen der Irrlichter mächtig daneben. Mit ihrem zweiten Album „Elfenhain“ lassen die vier Spielfrauen Anna, Brigitta, Steffi, Ulrike und ihr Hahn im Musikerkorbe, Christoph, die Epoche des Mittelalters in den unterschiedlichsten Tönen nach vorne losgehen. Wenn das Quintett auch überwiegend spaßige und derbe Töne anschlägt und zum fröhlichen Reigen lädt, so bleibt dennoch Raum für Verspieltheit, Mystik, Melancholie und Besinnlichkeit. (Peter „Pöda“ Sailer) |
Orkus – 06/2004 – Seite 56
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Von Elfen und ihren Schwertern Sie studieren, sie machen Musik und sie wissen, was sie wollen – Die Irrlichter sind eine junge Formation aus Bonn, die mit ihrer vom Folk inspirierten Musik mit mittelalterlichen Elementen vor allem auf Live-Rollenspiel-Veranstaltungen (LARPs) präsent sind. Brigitta Karin, gemeinsam mit ihrer Schwester Anna überwiegend für Kompositionen und Texte verantwortlich, erzählt: „Wir wollen unsere eigenen Sachen machen, unsere eigenen Lieder spielen. So müssen wir mit niemandem eine Diskussion darüber anfangen, ob das, was wir machen, authentisch ist oder nicht. Einige von uns studieren Fächer, die viel mit dem Mittelalter zu tun haben, und je mehr man darüber weiß, desto mehr muss man sich von der Idee distanzieren, dass auf einem Mittelaltermarkt das Mittelalter dargestellt wird. Das Problem ist auch, dass die Sachen, von denen man glaubt, dass sie authentisch sind, so bekannt sind, dass sie jeder immer spielt. Wir können mit unserer Einstellung unser eigenes Ding machen und müssen nicht den 23. Abklatsch von Tourdion spielen.“ Neben Eigenkompositionen finden dennoch auch Traditionals Eingang in das von weiblichem Gesang, Flöten, Geigen, Lauten und Gitarren getragene Repertoire. Doch die Band ist auch hierbei darauf bedacht, nicht einfach das darzubieten, was alle spielen. „Man gräbt ein bisschen, man guckt nach Noten; dazu sind wir auch alle sehr reiselustig und öfter im Ausland und schauen, was es dort für Einflüsse gibt. Es existieren sehr schöne alte Lieder, die nicht jeder spielt – man muss sie nur finden“, formuliert Brigitta den Anspruch der Irrlichter. (Petra Lindner) |
LARPzeit – 04/05/06/2004 – Seite 23
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Die Irrlichter Man nehme fünf Musikanten, die gleichzeitig Rollenspieler sind, und heraus kommen –die Irrlichter, eine Band, die sich anschickt, in der LARP-Szene eine Lücke zu füllen. „Im LARP fehlen richtige Bands. Es gibt viele Einzelbarden von ganz toll bis ganz schlecht, aber kaum bekanntere Bands, die auf LARPs kommen, weil man dort fast kein Geld verdienen kann“, erzählt Brigitta Karin, Hauptverantwortliche für die Eigenkompositionen der jungen Formation aus Bonn. „Wir fahren nicht auf ein LARP, um ein Konzert zu geben, sondern treten dort in unseren Rollen als Spielleute auf“, fügt sie hinzu und macht deutlich, dass es die LARPs sind, auf denen sie sich mit ihrer Musik zu Hause fühlen. „Wir spielen auch auf Mittelaltermärkten und anderen Veranstaltungen; aber die Leute, die uns eigentlich hören wollen, sind die LARPer und nicht unbedingt der Touri Vulgaris, der einmal im Jahr auf einen Mittelaltermarkt geht.“ Bewusst verzichten die vier jungen Frauen und ihr männlicher Mitstreiter auf laute Instrumente, wie Dudelsäcke und vordergründiges Schlagwerk und interpretieren mit Flöten, Geigen, Lauten und weiblichem Gesang sowohl traditionelles Liedgut als auch eigene Kompositionen. Ein wichtiges, prägendes Element der im Folk wurzelnden Musik der Irrlichter ist die Interaktion mit anderen Rollenspielern. „Die Leute freuen sich riesig, wenn sie auf einer CD angesprochen und einbezogen werden. Gerade auf einem Con hat man einen sehr persönlichen Kontakt zu den Menschen“, erläutert Brigitta den Umstand, dass die Irrlichter auf der aktuellen CD „Elfenhain“ nicht nur traditionelle Lieder wie „Roter Mond“ vertonen, sondern mit „Aelinesse na megil“ oder „Cantum Corvi“ auch speziell für LARPs komponierte Stücke vertreten sind. Wir sind keine abgehobenen Künstler, die in ihrem Stübchen ihre Lieder schreiben und sie dann zu den Leuten bringen. Viele Anregungen und Ideen für unsere Stücke kommen von den Rollenspielern. Daraus entstehen sehr schöne und manchmal auch fürchterlich alberne Con-Lieder. Es ist eine Sache der jeweiligen Stimmung. Die Leute wissen, dass wir ihre Lieder spielen, dass wir uns mit unserer Musik um sie kümmern. So hat man eine viel engere Kommunikation, und wir als Band haben auch mehr davon, als wenn wir auf einer Bühne mit zwei Metern Platz und womöglich zwei Bodyguards davor stünden“. Auch in diesem Jahr werden die Irrlichter auf verschiedenen LARPs auftreten und beweisen, dass sie bereit sind, die Lücke fehlender Bands in der Szene zu schließen. (Petra Lindner) |
Sonic Seducer – 05/2004 – Seite 24
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Frechheit siegt „Wir glauben nicht an das Schicksal, sondern an das Glück.“ Manchmal allerdings helfen die Irrlichter dem Glück ein bisschen auf die Sprünge. So schnappten sie sich ihre Instrumente, gingen auf einen Mittelaltermarkt und musizierten vor dem Badezuber. In diesem saß Roland Kempen von den Streunern. Zwar konnte der Mann nicht entkommen, doch die musikalischen Qualitäten der Band waren überzeugend genug, um ihn als Produzenten zu gewinnen. Selber als Rollenspieler aktiv, ist die Gruppe aus vier Damen und einem Herrn der LARP-Szene (LARP = live action role playing) stark verbunden. „Auf einem LARP spielen wir unsere Rollen als Spielleute“, erzählt Brigitta Karin, die für die Eigenkompositionen verantwortlich zeichnet und die Musik der Band als selbst gemachten Folk auf Fantasy-Basis mit mittelalterlichen Elementen beschreibt. Dabei liegt der Schwerpunkt der Instrumentierung nicht auf den allgegenwärtigen Dudelsäcken, sondern auf Flöte, Geige, Laute, Gitarre, mehrstimmigem weiblichen Gesang und filigranen Melodien. „Dudelsäcke sind sehr schön und rockig, aber auch penetrant. Wir sind keine großen starken Kerle, die Spielleute des Todes sein wollen und einen lateinischen Namen haben, in dem mindestens ein X vorkommt. Unsere Musik lebt von Romantik und Wortwitz, den man ab einer bestimmten Lautstärke nicht mehr wahrnimmt. Außer Christoph sind wir auch alle keine Sackspieler.“ Die Mischung aus traditionellem Liedgut und eigenen Kompositionen ist wie auf dem Erstling „Koboldtanz“ auch auf der aktuellen CD „Elfenhain“ das Anliegen. „Es gibt schöne alte Lieder, die nicht jeder spielt. Wie „Roter Mond“, ein traditionelles Stück, das sehr häufig abends am Lagerfeuer gesungen wird und von dem es bislang keine schöne Aufnahme gab.“ Der Kontakt mit Rollenspielern ist der Fundus aus dem die Irrlichter ihre Inspiration ziehen. „Spielleute waren auch Auftragsarbeiter. Wenn jemand eine gute Geschichte, eine tolle Idee hat und wir ein bisschen Zeit haben und uns etwas dazu einfällt, dann schreiben wir gern Lieder für LARPs.“ (Petra Lindner) |
Fantasy Taschenkalender 2004
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Im Oktober erschien die erste Folge der Rollenspiel-CD-Reihe „Lunas fantastische Musik“, auf der u. a. die noch recht junge Formation „Die Irrlichter“ vertreten ist. Grund genug für Musikexpertin Luna, der Gruppe ein paar Fragen zu stellen. Luna: Auf der Bühne wirkt ihr sehr professionell, man könnte glauben, ihr würdet den ganzen Tag nichts anderes machen. Wie lange gibt es euch denn schon? |
























