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Uns hât der winter geschât über al:
heide unde walt sint beide nû val,
dâ manic stimme vil souze inne hal.
saehe ich die megde an der strâze den bal
werfen: sô kaeme uns der vogele schal.
Möhte ich verslâfen des winters zît!
wache ich die wîle, sô hân ich sîn nît,
daz sîn gewalt ist sô breit und sô wît.
weiz got er lât ouch dem meien den strît!
sô lise ich bluomen dâ rîfe nû lît.
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Übersetzung
Könnte ich die Winterzeit verschlafen!
Der Winter hat uns über alles geschadet:
Jetzt sind sowohl Heide als auch Wald verwelkt,
Wo einst Vogelstimmen so süß widerhallten.
Sähe ich doch die Mädchen an der Straße den Ball
werfen, so käme uns auch der Vogelsang zurück.
Könnte ich doch die Winterzeit verschlafen!
Wache ich die Zeit hindurch, so habe ich seinen Groll inne,
weil seine Herrschaft weit und breit ist.
Weiß Gott! Wenn er den Mai den Streit gewinnen lässt,
so pflück ich dort Blumen, wo jetzt der Reif liegt.
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Eno sagrado en Vigo,
Beylava corpo velido
En Vigo, no sagrado,
Beylava corpo delgado
Amor ei...
Beylava corpo delgado
Que nunc' ouver' amado
Beylava corpo velido
Que nunc' ouver' amigo
Amor ei...
Que nunc' ouver' amigo
Ergas no sagrad', en Vigo
Que nunc' ouver' amado
Ergas en Vigo, no sagrado
Amor ei...
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Übersetzung
In Vigo im heiligen Grund
Tanzte eine schöne Gestalt im Kreis
In Vigo, im heiligen Grund
Tanzte eine schlanke Gestalt
Ich bin voller Liebe
Es tanzte die schlanke Gestalt
Die nie die Liebe erblickt hatte
Sie tanzte im Kreis,
Sie, die nie einen Geliebten hatte
Ich bin voller Liebe
Sie, die nie einen Geliebten hatte
Erhebt sich am heiligen Platz zu Vigo
Die, die nie die Liebe erblickt hatte
Erhebt sich am heiligen Platz zu Vigo
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Maria durch ein Dornwald ging, Kyrieleison
Maria durch ein Dornwald ging,
der hat in sieben Jahren kein Laub getragen
Jesus und Maria
Was trug Maria unter ihrem Herzen, Kyrieleison
ein kleines Kindlein ohne Schmerzen,
das trug Maria unter ihrem Herzen
Jesus und Maria
Da haben die Dornen Rosen getragen, Kyrieleison
als das Kindlein durch den Wald getragen,
da haben die Dornen Rosen getragen
Jesus und Maria
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Orientis partibus
adventavit asinus,
pulcher et fortissimus,
sarcinis aptissimus.
Hez, asine, hez!
Saltu vincit hinnulos
damas et capreolos
super dromedarios
velox madianeos
Hic in collibus Sychen
iam nutritus sub Ruben
transiit per Jordanem
saliit in Bethlehem
Dum trahit vehicula
multa cum sarcinula
illius mandibula
dura terit pabula
Cum aristis, hordeum
comedit et carduum
triticum ex palea
segregat in area
Amen dicas, asine
Iam satur ex gramine
amen, amen itera
aspernare vetera
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Übersetzung
Aus einem Teil des Ostens kam der Esel an,
schön und stark, bereit für die Last
Lauf, Esel, lauf!
Durch seinen Sprung übertrifft er Maulesel,
Rehe und Ziegen und außerdem die schnellen Kamele von Medes.
Hier auf den Bergrücken von Sychen
Schon getränkt unterhalb des Ruben
Durchkreuzt er den Jordan und erreicht Bethlehem
Während er das Fahrzeug zieht
Das voll mit Gepäck ist
Zermalmen seine Kiefer das Futter.
Während er die Ähre, Gerste und Distel verzehrt
Trennt er die Spreu vom Weizen auf dem Platz
„Amen“, sagst du, Esel, gesättigt vom Gras
Amen, Amen, wiederum
Die Vergangenheit verschmähend
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Diu welt was gelf, rôt unde blâ,
grüen in dem walde und anderswâ:
kleine vogele sungen dâ.
nû schrîet aber diu nebelkrâ.
pfligt si iht ander varwe? jâ!
sist worden bleich und übergrâ.
des rimpfet sich vil manic brâ.
Ich saz ûf eime grüenen lê;
da ensprungen bluomen unde klê
zwischen mir und eime sê:
der ougenweide ist da niht mê.
dâ wir schapel brâchen ê,
dâ lît nû rîfe und ouch der snê.
daz tuot den vogellînen wê.
Die tôren sprechent snîâ snî,
die armen liute owê owî
des bin ich swaere alsam ein blî.
der wintersorge hân ich drî.
swaz der unt der andern sî,
der wurde ich alse schiere frî,
waer uns der sumer nâhe bî.
Ê danne ich lange lebt alsô,
den krebz wolt ich ê ezzen rô,
sumer, mache uns aber frô!
dû zierest anger unde lô:
mit den bluomen spilt ich dô,
mîn herze swebt in sunnen hô:
daz jaget der winter in ein strô.
Ich bin verlegen als Êsâû:
min sleht hâr ist mir worden rû.
süezer sumer, wâ bist dû?
jâ saehe ich gerner veltgebû.
ê deich lange in selher drû
beklemmet waere als ich bin nû,
ich wurde ê münch ze Toberlû.
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Übersetzung
Jetzt aber schreit die Nebelkrähe
Die Welt war fröhlich, rot und blau,
grün im Wald und anderswo,
kleine Vögel haben damals gesungen.
Jetzt aber schreit die Nebelkrähe.
Hat auch die Welt eine andere Farbe angenommen? Ja:
Sie ist nun bleich und grau in grau –
deshalb runzelt sich manch eine Stirn in Sorge.
Ich saß auf einem grünen Hügel,
wo Blumen und Klee
zwischen mir und einem See wuchsen.
Diese Augenweide ist dort nicht mehr.
Dort, wo wir einst Blumen für einen Kranz brachen,
da liegt jetzt Reif und auch Schnee.
Das Schmerzt die Vögelein.
Die Toren rufen: „Schneie, Schnee!“
Die Armen aber: „Ach, oh weh!“
Darüber ist mir das Herz schwer wie Blei geworden.
Ich habe drei Wintersorgen.
Was auch immer diese und andere angeht,
ich würde schnell frei von ihnen werden,
wäre uns der Sommer nahe.
Ehe ich so weiterlebte,
wollte ich eher einen Krebs roh verspeisen.
Sommer, mach uns wieder froh!
Wenn du wieder die Wiese und die Gerberlohe schmückst,
dann kann ich dort mit den Blumen spielen.
Mein Herz würde hoch im Sonnenschein schweben:
Jetzt aber jagt der Winter es auf ein Strohlager.
Ich bin so heruntergekommen wie Esau:
Mein glattes Haar ist mir struppig geworden.
Ach, süßer Sommer, wo bist Du?
Ich sähe wirklich lieber bestellte Felder.
Und bevor ich noch länger in einer solchen Falle
eingeklemmt wäre, wie ich es jetzt bin,
würde ich lieber Mönch zu Toberlû!
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